Praxistagung zur Material Compliance Umsetzung

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In Kooperation mit:

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TUEV



Vergangene Veranstaltungen

Fachtagung Material Compliance:
28. November 2017 in Saarbrücken

Jahrestagung Material Compliance
25. November 2014


Material Compliance in der Automobil-
und Nutzfahrzeugindustrie
28. November 2012


Medizinprodukte im Kontext REACH
27. April 2010

Rückblick zur Praxistagung Material Compliance –
Der Handlungsdruck wächst! Flyer

Am 18. September 2018 konnte die tec4U-Solutions erneut zahlreiche Gäste zur Material Compliance Praxistagung begrüßen. Material Compliance Regelwerke wie REACH, RoHS, BiozidV oder die POP-Konvention haben zum Ziel, Mensch und Umwelt vor schädlichen Substanzen zu schützen. Dabei steht der Gesetzgeber immer im Spannungsfeld: Zum einen, um die genannten gesellschaftlichen Ziele zu erreichen und zum anderen, um die Produktionsfähigkeit der Industrie zu erhalten. Daher ist für jede potentiell gefährliche Substanz zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, ggf. andere Stoffe zu verwenden (Substitution) und in welchem Zeitraum dies wirtschaftlich vertretbar umzusetzen ist. Dies führt weltweit zu einer großen Anzahl von Regelwerken, die wiederum viele spezifische, zeitlich begrenzte Ausnahmen für die jeweilige Verwendung der reglementierten Substanzen haben oder umfangreiche Kommunikations- und Berichtspflichten vorsehen. Im globalen Geschäftsverkehr sorgen diese komplexen und vielfältigen Material Compliance Anforderungen daher für Unsicherheit hinsichtlich der Umsetzungsaufgaben.

Bereits im ersten Block der Veranstaltung, in welchem es um Vorgaben und Haftung im Kontext der Material Compliance ging, wurde allen Beteiligten klar: die Einhaltung der Vorgaben wird kontrolliert und Verstöße werden bestraft. So konnte Dr. Jens Nusser an vielen Beispielen belegen, auf welche unterschiedlichste Rechtsbereiche (z. B. Produkthaftungsrecht, Wettbewerbsrecht) sich Urteile stützen und zum Teil die Beklagten zu weitreichenden Rückrufaktionen verpflichteten. Oftmals wurde hierbei auf die Umsetzung gemäß dem Stand der Technik abgestellt, um zu beurteilen, ob der Beschuldigte fahrlässig gehandelt hatte.

Dieser Punkt wurde erneut im zweiten Block der Veranstaltung mit Fokus auf Richtlinien, Strategien, Maßnahmen und Werkzeugen zur Vorgabenumsetzung aufgegriffen. Dreh- und Angelpunkt hierbei war die DIN EN 50581 bzw. die IEC 63000. Diese Richtlinie, welche heute als anerkannter Stand der Technik sowohl von vielen Verbänden wie auch vom Vollzug gesehen wird – nicht nur zur Umsetzung der RoHS – wurde inhaltlich vorgestellt und nachfolgend von einigen Referenten vertieft diskutiert. Im besonderen Fokus stand dabei die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit der Lieferanten bezüglich deren Informationen zur Material Compliance sowie die generelle Kommunikation mit dem Lieferanten. Als zweiter Punkt der Umsetzungsvorgaben der DIN EN 50581 wurde die Möglichkeit aufgezeigt, fehlende Material Compliance Informationen zu einem Lieferantenartikel über eine chemische Analyse mit vorgeschalteter Risikobewertung zu ermitteln. Auch hier wurde schnell klar, dass durch eine sinnvolle Risikobewertung und geschickte Wahl der Analysemethode nicht nur das Risiko einer Non-Compliance maßgeblich reduziert werden kann, sondern auch erheblich Kosten eingespart werden können. Dass der Vollzug sich zukünftig verstärkt mit der Umsetzung der Material Compliance auseinandersetzen wird, machte Dr. Andre Johann vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes deutlich. In seinem Vortrag stellte er den Vorschlag einer EU-Marktüberwachungsverordnung und die neue Servicestelle des Bundes zur stofflichen Marktüberwachung vor.

Im letzten Block folgten Beiträge von unterschiedlichen Unternehmen aus diversen Branchen, die zum einen die ganzheitliche Unternehmensumsetzung der Material Compliance darstellten, zum anderen aber auch die Umsetzung in einzelnen Unternehmensbereichen im Detail beleuchteten. Hierbei zeigten sich einige Vorgehensweisen branchenunabhängig als geeignet, die Anforderungen zu erfüllen. So hatten alle Unternehmen zur Übermittlung der Material Compliance Vorgaben ein zentrales Dokument, welches diese beschreibt und rechtsverbindlich mit Vertragsdokumenten verknüpft ist (Einkaufsbedingungen, Vertrag, Lastenheft). Des Weiteren waren sich alle Vortragenden einig, dass die Einbindung der Material Compliance als Produktmerkmal ihren Niederschlag in allen Geschäftsprozessen finden und entsprechend prozessseitig beschrieben sein muss. Dass Material Compliance Kommunikation ohne softwaretechnische Unterstützung nicht möglich ist, wurde an einigen Beispielen aufgezeigt. Mit zunehmenden Substanzreglementierungen und Ausnahmen wird gerade dieser in den nächsten Jahren eine immer größere Bedeutung zukommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Handlungsdruck zur Umsetzung der Material Compliance wächst stetig. Nicht nur, dass die regulatorischen Anforderungen steigen, diese werden auch verstärkt in der Umsetzung kontrolliert werden. Die Basis hierfür ist die DIN EN 50581, welche sich als Stand der Technik etabliert hat. Wer sich der Material Compliance in seinem Unternehmen nicht entsprechend annimmt, riskiert, fahrlässig zu handeln und zwar mit allen rechtlichen Konsequenzen!

MC Tagung